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Schleiper Hammer Schleipe 58566 Kierspe Ansprechpartner: Wilhelm Katttwinkel Die erste schriftliche Erwähnung stammt erst aus dem Jahre 1815: Die Gebrüder Schriever kauften den Betrieb und errichteten nur fünf Jahre später in der Nähe ein stattliches Wohnhaus, das "Reide- meisterhaus" Schriever, welches Tradition und Bedeutung der Hammerwerksbesitzer vor Ort eindrucksvoll repräsentiert. Das ursprüngliche Alter des Hammers kann nicht angegeben werden. Es ist jedoch überliefert, dass auf dem Gelände des oberen Betriebs- teiches beim Ausschachten die Ruine einer Eisenhütte zutage kam. Die Eisenverhüttung spielte im Be- reich der oberen Volme seit dem 13. Jahrhundert eine große Rolle. Mit der Einführung wasserge- triebener Gebläse wurden hier nahezu flächendeckend an den Bächen Schmelzöfen errichtet, in denen schon flüssiges Roheisen gewonnen wurde, welches in einem weiteren Verfahren zu Schmiedeeisen "gefrischt" wurde. Für dieses Eisen, den "Osemund" wurde das märkische Sauerland weit über seine Grenzen bekannt. Im oberen Talbereich finden sich noch Reste einer weiteren Eisen- hütte und zweier Osemund- hämmer. Im 19. Jahrhundert konnten mit der Einführung neuer Technolo- gien diese Hammerwerke nicht mehr bestehen. Ein Teil wurde aufgegeben, ein Teil konnte durch die Umstellung auf die Breite- warenschmiederei weiterbestehen. Breitewaren sind z.B.: Spaten, Schüppen, Hacken, Rübenheber. Mit dem Bau der Eisenbahn im oberen Volmetal bekam das Hammerwerk durch seine Nähe zur Eisenbahn Aufwind. Eine Tur- bine von 25 PS ersetzte das Was- serrad, das Gebäude wurde seit- dem in einer Reihe von kleinen Bauabschnitten zu einer Fabrik erweitert, in der alle Arbeitsgänge zur Herstellung der Breitewaren unter einem Dach zusammen- gefaßt werden konnten. Der Ein- bau der Transmission und die Aufstellung einer "Locomobile", die zugeschaltet wurde, wenn die Wasserkraft nicht mehr reichte, ermöglichten diesen entscheiden- den Schritt zur Entwicklung einer Fabrik. Seit den 30er Jahren wurden in der kleinen Fabrik auch andere Fabrikationen betrieben. Die heute gegenüber gelegene Kunststofffabrik Potthoff wurde hier als Schraubenfabrik ge- gründet, Gleiches gilt für die Firma Grote & Brocksieper, die hier Werkzeuge produzierte. Die Firmen Schröder und de Graat machten eine Bakelite-Presserei auf. Sie sind ein Beispiel dafür, daß Wasserhammer und Bakelite- Presserei durchaus eine Einheit bilden können. Die mittelständi- schen Betriebe des Volmetales haben sich alle aus solchen kleinen Anfängen entwickeln können. Seit 1989 im Besitz des Heimat- vereins, wird in dem unter Denk- malschutz stehenden Gebäude ein Museum aufgebaut, welches die Tradition der Breitewaren- schmiederei im oberen Volmetal in den 30er Jahren des 20. Jahr- hunderts präsentiert. In einer zweiten Abteilung wird die Anfangszeit der Bakelite-Pressen dargestellt. Diese Fabrikation hat sich ebenfalls seit den 30er Jahren im oberen Volmetal u.a. auch im Schleiper Hammer entwickelt. Besichtigung: jeden 1. Mittwoch im Monat, 10 bis 15 Uhr, geöffnet von April bis Oktober, geschlossen von November bis März. Eintritt kostenlos. Spenden werden gerne angenommen.

  • Tel: +49 (2359) 2083
  • Web: www.kierspe.de/de/verein/heimatverein/schleiper_hammer.php